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21. November 2009
 

Sport

 
Thomas Ulrich. Quelle: dpa
Gezeichnet von der Schlacht: Thomas Ulrich

Ulrich vergibt WM-Chance

Weltmeister Tomasz Adamek zu stark -
Brähmer feiert erfolgreiches Comeback

Chris Brandt

Halbschwergewichtler Thomas Ulrich muss seinen Traum von einem WM-Titel vorerst ad acta legen. Im Kampf gegen den polnischen Titelverteidiger Tomasz Adamek kassierte Ulrich eine Niederlage durch K.o. in der sechsten Runde. Besser machte es Jürgen Brähmer. Nach fast dreijähriger Haft feierte der Supermittelgewichtler ein erfolgreiches Comeback im Ring.

 
 
 
 

Zwar lieferte Thomas Ulrich in seinem 30. Profikampf eine deutlich bessere Leistung ab als in seinen letzten zwei Fights, in denen er nicht überzeugen konnte. Trotzdem gelangen Adamek die entscheidenden Treffer, bevor er den Kampf schließlich durch eine knallharte cross geschlagene Rechte zu seinen Gunsten entschied. Für den 30-jährigen Ulrich war es die zweite Niederlage seiner Profikarriere. Adamek ist in 30 Kämpfen weiter ungeschlagen und bleibt damit Weltmeister nach Version des World Boxing Councils (WBC).

 

Dickes Ausrufezeichen

Von der ersten Runde an lieferten sich Ulrich und Adamek ein sportlich hochklassiges und vor allem temporeiches Duell. Immer wieder kamen dabei beide Kontrahenten zu klaren Treffern. Vor allem Ulrich überraschte durch hohe Konzentration und Aggressivität, obwohl er von der zweiten Runde an mit einem Cut zwischen den Augenbrauen zu kämpfen hatte.

Erst im dritten Durchgang setzte Adamek mit einem harten rechten Cross an Ulrichs Schläfe ein dickes Ausrufezeichen, der den Herausforderer 30 Sekunden vor Rundenende ins Wanken brachte. Doch Ulrich steckte nicht auf. "Jetzt wird gekontert", trieb Trainer Michael Timm seinen Schützling in der Pause an.

 
Don King - Tomasz Adamek. Quelle: dpa
dpa
Tomasz Adamek (r.) mit Promoter Don King

Treffer ins Ziel

Bis zur sechsten Runde hielt sich Ulrich perfekt an die Anweisung seines Trainers. Doch das weiterhin hohe Tempo ließ Konzentration und Kraft bei beiden Boxern schwinden. Für den Bruchteil einer Sekunde war Ulrichs Deckung offen, so dass Adamek eine weitere cross geschlagene Rechte ins Ziel bringen konnte. Ulrich ging zu Boden, Ringrichter Ian John Lewis zählte bis zehn und Ulrichs zweite Niederlage war besiegelt.

Zitat

„Ich hoffe, dass ich nochmal um den WM-Titel boxen werde.“

Thomas Ulrich

"Leider hat's mich mal wieder direkt erwischt", sagte Ulrich nach dem

Kampf gegenüber dem ZDF in Anspielung auf seine erste Niederlage gegen den US-Amerikaner Glen Johnson im Juli 2001, als Ulrich ebenfalls k.o. ging. Trotzdem wirkte er keineswegs niedergeschlagen, wozu er nach seiner starken Leistung auch keinen Grund gehabt hätte. Im Gegenteil: Ulrich verschwendete sogar einen Gedanken an seine Zukunft: "Ich hoffe, dass ich nochmal um den WM-Titel boxen werde."

Brähmer und Gomez stark

Im Vorprogramm hatte derweil Jürgen Brähmer Roman Aramian durch Technischen K.o. in der sechsten Runde besiegt. Brähmer war vor einem Monat aus der Haft, die er wegen schwerer Körperverletzung absaß, entlassen worden und war in seinem 25. Profikampf in allen Belangen seinem Gegner überlegen. Aramian musste sich in der fünften Runde anzählen lassen und gab in der Pause zur sechsten Runde auf. Für Brähmer war es der 25. Sieg und der 21. vorzeitige Erfolg. "Ich bin sehr zufrieden. Das Boxerische hat sehr gut geklappt, die Hände flogen und das Vollenden kommt dann noch", sagte Brähmer.

 
Jürgen Brähmer (r), Roman Aramian. Quelle: dpa
dpa
Stark: Jürgen Brähmer (r.) deckt Roman Aramian mit Schlägen ein

In einem weiteren Rahmenfight setzte sich der in Hamburg lebende Kubaner Juan Carlos Gomez im Schwergewicht über zehn Runden gegen Ex-Weltmeister Oliver McCall aus den USA durch. Damit ist Gomez, früherer WBC-Champion im Cruisergewicht, dem Ziel eines WM-Kampfes im höchsten Limit ein Stück näher gekommen.