Zwei Welten prallen aufeinander, meint Zsolt Erdei vor dem Duell mit Giacobbe Fragomeni (Samstag, 23.15 Uhr/ZDF). Es ist sein erster Kampf im Cruisergewicht, und es geht gleich um die Weltmeisterschaft. Zwei weiterere WM-Kämpfe finden in Kiel statt.
Zsolt Erdei - langjähriger ungeschlagener WBO-Weltmeister im Halbschwergewicht - hat für den Kampf gegen Fragomeni seinen Weltmeistertitel im Halbschwergewicht niedergelegt und will nun dem 40 Jahre alten Italiener den Cruisergewichtstitel des WBC abnehmen. "Ich wollte eine Titelvereinigung im Halbschwergewicht. Aber leider haben die möglichen Gegner abgesagt - und so musste ich nicht lange darüber nachdenken, als mir die Möglichkeit präsentiert wurde, nach dem Titel im Cruisergewicht zu greifen", sagt Erdei.
23.15 - 1.15 Uhr aus Kiel
- Live: Fragomeni - Erdei
- im Anschluss live Gutierrez - Tajbert
Erdei stellt sich auf einen unbequemen und physisch überaus starken Gegner ein. Fragomeni hat bisher erst einmal verloren, und zwar gegen einen mittlerweile ganz Großen: Vor drei Jahren unterlag er durch Technischen K.o. in der neunten Runde dem Engländer David Haye, der seit kurzem WBA-Weltmeister im Schwergewicht ist.
Vor gut einem Jahr, im Oktober 2008, holte sich Fragomeni in seiner Heimatstadt Mailand den vakanten WBC-Gürtel gegen den bis dahin ungeschlagenen spotlight-Boxer Rudolf Kraj aus Tschechien. Giacobbe Fragomeni blickt nun mit Respekt auf seinen Gegner: "Zsolt ist einer der technisch besten Boxer der Welt. Es spielt kaum eine Rolle, dass er nun doch ein etwas leichterer Gegner ist, was das Gewicht angeht."
Und auch Zsolt Erdei macht sich auf einiges gefasst: "Da prallen zwei völlig verschiedene Kampfstile aufeinander. Giacobbe wird bedingungslos Druck machen - und ich muss mit meiner Technik und mit Schnelligkeit die Antwort geben."
Im Blickpunkt des zweiten Hauptkampfes des Abends in Kiel steht spotlight-Fighter Vitali Tajbert. Der Superfedergewichtler aus Stuttgart, Nummer 3 der WBC-Rangliste, bekommt seine erste WM-Chance und fordert den WBC-Interims-Weltmeister Humberto Mauro Gutierrez (Mexiko) heraus. Hier wird der Nachfolger von Weltmeister Humberto Soto (Mexiko) gekürt, der wohl eine Gewichtsklasse aufsteigen will.
Tajbert, Junioren-Weltmeister und Olympia-Dritter von Athen 2004, hat 17 seiner 18 Profikämpfe gewonnen. Sein Ziel ist es nun, erster deutscher Weltmeister im Superfedergewicht zu werden.
Ebenfalls um die Weltmeisterschaft boxt Dimitri Sartison aus Hamburg. Der spotlight-Mann kämpft gegen Kroaten Stjepan Bozic um den vakanten WBA-Titel im Supermittelgewicht. Dieses Duell sollte eigentlich am 28. November stattfinden, wurde aber vorgezogen, da der Termin wegen Luan Krasniqis Verletzung platzte.

Die WBA hat den Titel im Supermittelgewicht freigegeben, da der eigentliche Titelträger Mikkel Kessler zurzeit im Super-Six-Turnier boxt. So kämpfen nun Dimitri Sartison - Nummer 2 des WBA-Rankings - und die Nummer 3 Stjepan Bozic um den Titel. Der neue Weltmeister müsste dann nach der Verbands-Logik gegen den Super-Six-Champion den neuen WBA-Champ ausboxen.
Dimitri Sartison hat mit eben jenem Mikkel Kessler schon einmal Bekanntschaft gemacht. Im Juni 2008 bot er in einem WBA-Kampf dem Dänen, der als der Beste seiner Zunft gilt, bis zur zwölften Runden lang Paroli, ehe er durch K.o. verlor. Nun - vor seiner zweiten WM-Chance - ist der aus dem niedersächsischen Gifhorn stammende Sartison extra motiviert.
Stjepan Bozic hat eine Bilanz von 23 Siegen, davon 14 K.o., und drei Niederlagen. Er ist 35 Jahre alt und lebt und trainiert in Zagreb.
Der ungeschlagene Gennady Golowkin verteidigt seinen WBO-Interconti-Titel gegen den Russen Michail Makarow. Cruisergewichtler Rachim Tschachkijew, Olympiasieger von Peking, bestreitet seinen zweiten Profikampf und boxt gegen den Weißrussen Denis Solomko. Im Schwergewicht tritt Christian Hammer gegen Hans Jörg Blasko an.