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09. Februar 2010
 

Sport

 
Die Leichtathleten des Jahres 2009: Usain Bolt (li.) und Sanya Richards. Quelle: reuters
Usain Bolt und Sanya Richards

Leichtathletik

Bolt und Richards zu Welt-Leichtathleten gekürt

Weltverband ehrt Ausnahmeathleten

Sprint-Superstar Usain Bolt und 400-Meter-Weltmeisterin Sanya Richards sind 2009 zum zweiten Mal die "Welt-Leichtathleten" des Jahres. Auf einer festlichen Gala im Sporting Club von Monte Carlo kürte der Weltverband IAAF das neue "Königs-Paar".

 
 
 
 

Während der 23-jährige Jamaikaner nach seinen drei Weltmeisterschafts-Siegen und den Weltrekorden über 100 Meter (9,58 Sekunden) und 200 Meter (19,19) absolute die erste Wahl war, hatte sich bei den Frauen auch Hochsprung-Ass Blanka Vlasic (Kroatien) Hoffnungen auf die prestigeträchtige Auszeichnung gemacht.

Zitat

„Ich werde mich auf die 100 und 200 Meter konzentrieren.“

Usain Bolt

Kein Weg an Bolt vorbei

Am pfeilschnellen Bolt kam die IAAF wie schon 2008 nicht vorbei. "Wir brauchen Stars, und Usain ist ein außergewöhnlicher Mensch, er ist brillant", sagte IAAF-Präsident Lamine Diack. Als große Ehre empfand Bolt die Auszeichnung. "Ich bin stolz auf mich. Es ist eine Motivation, so weiter zu machen", sagte der Ausnahmeathlet.

 

Ein Autounfall auf Jamaika hätte ihn am Anfang der Saison beinahe aus der Bahn geworfen. "Trotzdem ist es noch so ein wundervolles Jahr geworden", resümierte Bolt. Bis zu den Olympischen Spiele 2012 in London will er keine Experimente machen. "Ich werde mich auf die 100 und 200 Meter konzentrieren." Damit setzte er den Schlusspunkt unter Spekulationen, auch über 400 Meter und im Weitsprung starten zu wollen.

 

Über die Stadionrunde war Sanya Richard, die schon 2006 "Welt- Leichtathletin" war, im WM-Jahr die überragenden Protagonistin. Nachdem sie 2008 unerwartet bei den Olympischen Spielen in Peking Gold verpasste, gewann die 24-Jährige in Berlin ihren ersten großen WM-Titel. Außerdem siegte sie in zehn von elf Rennen in 2009, lief die vier schnellsten Zeiten und sicherte sich zum dritten Mal einen Anteil am Millionen-Dollar-Jackpot der Golden League. "Unter 48 Sekunden zu laufen und einmal Weltrekord-Halterin zu sein, ist mein Ziel", sagte Richards.

 

Diamond League kommt

Sie und vor allem Usain Bolt sollen auch die Zugpferde der neuen Diamond League sein. "Es wird fantastisch werden. Das Konzept verspricht mehr spannende Duelle, und das ist gut für unseren Sport, sagte Hochkaräter Bolt bei der Präsentation der weltumspannenden Serie im Fürstentum. Wie der schnellste Mann der Welt haben weitere acht Topstars, darunter seine Rivalen Tyson Gay (USA) und Asafa Powell (Jamaika), ihre Zusage für Starts bei sieben der 14 Meetings gegeben.

 

Besonders begehrt sind die drei schnellsten Männer der Welt, von denen mindestens einer bei einem der 14 Meetings an den Start geht. Bei den meisten Diamond-League-Stationen werden zwei zum Duell antreten. Bei drei ausgewählten Meetings laufen Bolt, Gay und Powell gegeneinander. Die Diamond League wird 2010 die nur auf Europa beschränkte Golden League ablösen. 6,63 Millionen Dollar (rund 4,46 Millionen Euro) sind an Preisgeld für die Athleten ausgesetzt. Gestartet wird die Diamond-Serie am 14. Mai in Doha/Katar. In Zürich (19.8.) und Brüssel (27.8.) werden die beiden Finals stattfinden.

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„Usain Bolt ist absolut sauber. Wir haben so viele Daten von ihm erfasst, die können nicht irren.“

Professor Arne Ljungqvist

Chefmediziner des IOC verteidigt Bolt

Unterdessen verteidigte Professor Arne Ljungqvist, oberster Chefmediziner des Internationalen Olympischen Komitees und einer der entschiedensten Doping-Gegner im Weltsport, den alten und neuen Welt-Leichtathleten aus Jamaika gegen Doping-Verdächtigungen. "Usain Bolt ist absolut sauber. Wir haben so viele Daten von ihm erfasst, die können nicht irren", sagte der Schwede. Ljungqvist, lange Zeit Chef für die Bereiche Doping und Medizin im Leichtathletik-Weltverband IAAF, sieht auch über die Analysen hinaus optische Anzeichen dafür, dass der 23 Jahre alte Dreifach-Olympiasieger sauber ist: "Bolt verkörpert einen ganz anderen Typ als 20 Jahre zuvor die Generation um den muskelbepackten Ben Johnson. Seine Besonderheit ist, dass er lange Beine hat und trotzdem unglaublich trittschnell ist."