Deutschland hat sein Vorrundenfinale gegen Ghana mit 1:0 gewonnen und zieht als Gruppensieger ins Achtelfinale ein. Dort trifft die DFB-Elf auf England. Auch Ghana steht in der K.-o.-Runde, da Australien Serbien mit 2:1 besiegte.
Als Tabellenerster trifft Deutschland am kommenden Sonntag in Bloemfontein (16 Uhr/ARD live) auf den alten Erzrivalen. Mesut Özil erzielte im Soccer City Stadion von Johannesburg mit einem sehenswerten Schuss den Treffer des Tages. Die deutsche Elf, in der Cacau für den gesperrten Miroslav Klose sowie Jerome Boateng für Holger Badstuber in der Startelf standen, tat sich lange Zeit gegen die Afrikaner schwer, doch letztlich feierte das Team von Bundestrainer Löw einen verdienten Sieg. Ghana als Gruppenzweiter steht bislang als einziges afrikanisches Team in der K.-o.-Runde.
"Das war ein unglaublich intensives Spiel, wo viele Dinge nicht so geklappt haben. Aber letztendlich sind wir eine Runde weiter", sagte Bundestrainer Löw erleichtert. Bis zum Achtelfinale gegen England muss sich die Mannschaft von Bundestrainer Löw allerdings noch gewaltig steigern. Nach dem 4:0 gegen Australien und dem 0:1 gegen Serbien konnte die DFB-Auswahl im Gruppenfinale nicht überzeugen. In der Abwehr taten sich wiederholt große Lücken auf, vor allem Per Mertesacker hinterließ einen unsicheren Eindruck.
Auch die Führung, bei der Özil einen Schuss aus 18 Metern knapp neben den Pfosten ins Tor jagte, beruhigte die deutsche Mannschaft nicht. Kapitän Philipp Lahm etwa verhinderte vor 82.391 Zuschauern in der 66. Minute den Ausgleich gegen Andre Ayew. Zuvor hatte WM-Debütant Jerome Boateng ein 1:1 verhindert. Das deutsche Mittelfeld war dem Druck über weite Strecken nicht gewachsen. Özil, Thomas Müller und Lukas Podolski gelang im Spiel nach vorne nur selten etwas Brauchbares. Aber auch Lahm und Bastian Schweinsteiger brachten trotz großer Bemühungen keine Ordnung ins deutsche Spiel.
Jerome Boateng gab ausgerechnet gegen Ghana sein WM-Debüt für die deutsche Nationalmannschaft. Er traf damit auf Halbbruder Kevin-Prince, der im Mittelfeld bei den Black Stars spielte. Berührungspunkte zwischen den Boatengs gab es jedoch zunächst nicht. Während Jerome sich vornehmlich auf seine Defensivaufgaben beschränkte, versuchte Kevin, im Mittelfeld der Westafrikaner die Fäden zu ziehen.
Im Stadion Soccer City bestimmte der erstmals bei dieser WM ganz in Schwarz gekleidete Vize-Europameister die Anfangsphase. Ghana war allerdings stets gefährlich, da die deutsche Abwehr, und dort vor allem Per Mertesacker, den Westafrikanern immer wieder Chancen zum Torabschluss bot. Glück hatte die DFB-Auswahl, als Schweinsteiger in höchster Not gegen Asamoah Gyan rettete. Zuvor hatte Mertesacker gepatzt.
Nachdem Ayew in der 25. Minute einen weiteren Fehler des Bremers nicht hatte ausnutzen können, scheiterte Özil nur Sekunden später freistehend an Kingson. Eine Minute später verhinderte dann Lahm auf der eigenen Linie nach einem Kopfball von Gyan für seinen bereits geschlagenen Torwart Manuel Neuer einen Rückstand. In der 51. Minute war der Schalker dann selbst auf dem Posten, als er einen Schuss von Kwadwo Asamoah aus kurzer Distanz parierte.
In der 60. Minute sorgte der bis dahin eher unauffällige Özil für die eigentlich beruhigende Führung. Nach Vorarbeit von Schweinsteiger und Sami Khedira nahm der Bremer aus 18 Metern Maß und überwand Torwart Kingson. Die deutsche Mannschaft wurde allerdings trotz der Führung nicht ruhiger und ließ immer wieder Chancen zu.
Ghana: Kingson - Pantsil, John Mensah, Jonathan Mensah, Sarpei - Kevin-Prince Boateng, Annan - Tagoe (64. Muntari), Asamoah, André Ayew - Gyan (81. Amoah)
Deutschland: Neuer - Boateng (72. Jansen), Mertesacker, Friedrich, Lahm - Khedira, Schweinsteiger (81. Kroos) - Müller (67. Trochowski), Özil, Podolski - Cacau
Schiedsrichter: Simon (Brasilien)
Zuschauer: 82.391
Tor: 0:1 Özil (60.)

Im zweiten Spiel der Gruppe D verabschiedete sich Australien mit einem 2:1 (0:0)-Sieg über Serbien und musste Ghana nur wegen des besseren Torverhältnisses den Vortritt lassen. Die Socceroos führten schon 2:0, ehe Pantelic mit seinem Anschlusstreffer noch einmal Hoffnung aufkommen ließ. Am Ende reichte es jedoch für beide Teams nicht.
Vor 37.836 Zuschauern im Mbombela-Stadion von Nelspruit waren die Serben lange die bissigere Mannschaft, das Team mit der etwas reiferen Spielanlage. Australien mühte sich erst richtig, als es (fast) schon zu spät war und kam durch den nach einer Rot-Sperre erst zurückgekehrten Tim Cahill verdient zum 1:0. Der erst kurz zuvor eingewechselte Brett Holman erhöhte sogar noch (73.). Der Anschlusstreffer von Marko Pantelic (84.) kam zu spät. In der Nachspielzeit vergab Pantelic noch die Chance zum 2:2.
Australien: Schwarzer - Wilkshire (82. Garcia), Beauchamp, Neill, Carny - Culina, Valeri (66. Holman) - Emerton, Cahill, Bresciano (66. Chipperfield) - Kennedy
Serbien: Stojkovic - Ivanovic, Vidic, Lukovic, Obradovic - Stankovic - Kuzmanovic (77. Lazovic), Ninkovic - Krasic (62. Krasic), Jovanovic - Zigic (67. Pantelic)
Schiedsrichter: Jorge Larrionda (Uruguay)
Tore: 1:0 Cahill (69.), 2:0 Holman (73.), 2:1 Pantelic (84.)
Zuschauer: 37.836