Franz Beckenbauer hat bereits abgewinkt, Uli Hoeneß ist noch im Gespräch: In München ist die Diskussion über eine prominente Unterstützung für Katarina Witt im Kampf um Olympia 2018 entbrannt.
Unter anderem vertritt das einflussreiche IOC-Mitglied Gian-Franco Kasper den Standpunkt, dass allein die charmante Frontfrau Witt als Nachfolgerin für den zurückgetretenen Willy Bogner nicht ausreicht.
"Ich kann mir nicht vorstellen, dass Katarina Witt auch nur annähernd in der Lage ist, Willy Bogner zu ersetzen", sagte Uli Hoeneß dem "Münchner Merkur". Viele wünschen sich an der Spitze der Bewerbung den Präsidenten des FC Bayern München als kompetetenten Manager mit Lokalkolorit zur Unterstützung für die zweimalige Eiskunstlauf-Olympiasiegerin aus Sachsen.
Nach Meinung des alpinen Doppel-Olympiasiegers Markus Wasmeier ist Witt international und bundesweit eine gute Wahl, aber es brauche mit Blick auf die Grundstücksstreitigkeiten in Garmisch-Partenkirchen und die Olympiagegner ("Pannenbewerbung") auch noch eine bayerische Identifikationsfigur: "Eine Kati Witt kann nie in München und Bayern Akzente setzen."
Er selbst würde helfen, falls er gefragt würde, sagt Wasmeier. Ein anderer Kandidat wäre Christian Neureuther an der Seite seiner Ehefrau Rosi Mittermaier, doch der ehemalige Skirennläufer sieht Hoeneß als ideale Wahl. Er sei einer, der andere mitnehmen könne.
Bei der Bewerbungsgesellschaft München 2018 setzt man aber derzeit lieber auf Basisarbeit vor Ort in Bayern statt auf weitere prominente Namen. "An der personellen Besetzung der Gesellschaft wird sich nichts ändern. Aber wir haben viele prominente Sportbotschafter, die sich noch mehr einbringen können", sagte Sprecher Jochen Färber.
Auch Franz Beckenbauer, der die Fußball-WM 2006 nach Deutschland geholt hatte, werde als Mitglied des Bewerbungs-Kuratoriums die wichtigste Aufgabe im deutschen Sport unterstützen. Für einen Posten an der Spitze neben Witt steht er aber nicht zur Verfügung. "Ich werde meine Aufgaben national und international drastisch reduzieren", sagte er mit Blick auf seinen 65. Geburtstag am 11. September.
Also muss Witt die "Kaiserin" machen, sollte sich aber nach Meinung des intimen IOC-Kenners Kasper noch Unterstützung ins Boot holen. "Es braucht daneben auch die Techniker, die Arbeiter. Es ist wie bei der WM 2006, da hatte man den Beckenbauer als Gesicht nach außen und im Hintergrund die Detailkenner. Ohne die geht es nicht", sagte der Präsident des Internationalen Skiverbandes FIS der Abendzeitung.
Kasper sieht auch nach dem Rückzug von Bewerbungschef Willy Bogner weiter "sehr gute" Chancen für die Winterspiele 2018: "München und Garmisch plus Königssee - das entspricht ziemlich genau dem, was sich das IOC vorstellt." Die Entscheidung zwischen München und dem Hauptkonkurrenten Pyeongchang/Südkorea werde wie immer "im allerletzten Moment" bei der IOC-Session am 6. Juli 2011 in Durban/Südafrika fallen.